Unter 7 Jahren
Die ersten Besuche im Internet prägen das Verhalten beim Surfen und beim Besuchen aller
folgenden Sites. Kinder im Vorschulalter schätzen regelmässige Abläufe. Das erleichtert es,
Gewohnheiten und Methoden zu etablieren, welche die Sicherheit der Kinder im Internet erhöhen.
Die Fähigkeit von Kindern unter sieben Jahren, Informationen zu verstehen oder Werbung
von Inhalten zu unterscheiden, ist begrenzt. In diesem Alter müssen die Eltern ihren Kindern
noch helfen. Kinder merken auch noch nicht, was es sicherheitstechnisch bedeutet, ob sie
online im Internet sind, ein Computerspiel ab CD spielen oder mit einem Zeichenprogramm
etwas zeichnen.
In dieser Phase können Sie in der Familie die ersten Hausregeln für die Nutzung des
Computers aufstellen.
- Die am Computer verbrachte Zeit sollte begrenzt bleiben.
- Stellen Sie den Computer zum Beispiel ins Wohnzimmer. Bei Kindern im Vorschulalter
sollte ein Erwachsener dabei sein, wenn sie das Internet nutzen.
- Der Zugang zum Internet sollte auf vertraute Sites begrenzt sein, die im Voraus
bestimmt werden. Erfahrenere Kinder können die vertrauten Sites mit dem Menü «Favoriten»
im Browser aufrufen.
- Am besten erstellen Sie ein eigenes Benutzerkonto für das Kind, welches den Zugang
auf bestimmte Sites beschränkt.
7- bis 9-Jährige
Kinder in den unteren Schulklassen treffen auch in der Schule und bei Freunden aufs
Internet. Eltern und Kinder sollten sich über die angemessene Nutzung des Internets
unterhalten und gemeinsam Regeln vereinbaren. 7- bis 9-Jährige verfügen bereits über ein
relativ gutes Verständnis ihrer Umwelt. Sie können jedoch noch nicht alle Inhalte im Internet
verstehen und verarbeiten. Bilder, Texte und Musik können ihnen Angst machen oder ihre Gefühle
verletzen. Das Gespräch über solche Inhalte und Erklärungen zu Dingen, auf die sie im Internet
stossen, tragen dazu bei, dass die Kinder mit der Zeit lernen, das Internet auf sichere Weise
selbständig zu nutzen. Eltern können durchaus ihre eigenen Meinungen und Urteile zum Internet
und zu seiner Nutzung weitergeben, um ihre Kinder zu unterstützen.
In diesem Alter haben Einschränkungen, Schutz und die Nutzung unter Aufsicht noch Priorität.
Eltern und Kinder sollten Regeln vereinbaren und sie mit zunehmendem Alter der Kinder ändern.
- Zu Hause ist die Nutzung des Internets nur erlaubt, wenn mindestens ein Elternteil
anwesend ist. So können die Eltern bei Problemen helfen.
- Wenn sich der Computer in einem von der ganzen Familie genutzten Raum befindet,
wird die Nutzung des Internets zum Familienalltag.
- Die Kinder sind noch nicht immer in der Lage, die Vertrauenswürdigkeit einer Website
selbständig zu beurteilen. Sie sollten deshalb die Erlaubnis der Eltern einholen, bevor
sie persönliche Daten im Internet eingeben.
- Chatrooms und andere Online-Diskussionen sind für Ihr Kind möglicherweise noch nicht
geeignet. Die verwendete Mailadresse sollte eine gemeinsame Familienadresse sein.
- Durch das Anlegen eines Benutzerkontos mit Einschränkungen kann das Kind lernen,
den Computer selbständig zu nutzen.
- Filterprogramme können der Zugang zu ungeeigneten Sites verhindern. Dennoch sollten
sich Eltern weiterhin aktiv an der Internetnutzung ihrer Kinder beteiligen.
10- bis 12-Jährige
Schulkinder wissen oft schon ziemlich gut, wie sie das Internet für verschiedene Zwecke
nutzen können. Eltern können ihre Kinder unterstützen, Sites für die Hausaufgaben, Hobbys und
andere Interessen zu finden. Die Familie kann das Internet zur Planung von Ausflügen oder Anschaffungen
verwenden. So erhalten Eltern und Kinder Gelegenheit, sich darüber zu unterhalten, welche Sites
vertrauenswürdig sind und wo welche Informationen zu finden sind.
Das Kind braucht weiterhin Aufsicht und Kontrolle sowie Regeln für die angemessene Nutzung.
Möglicherweise hat es Wege gefunden, wie es die Regeln und die Überwachung umgehen kann, zum
Beispiel weil es die Regeln zu streng findet.
- Eltern und Kinder müssen eine Vereinbarung über zulässige und unzulässige Aktionen im
Internet treffen, die alle Bedürfnisse und Meinungen berücksichtigt – zum Beispiel über die
Haftung des Absenders einer Nachricht, das Herunterladen von Dateien aus
Peer-to-Peer Netzwerken,
das Urheberrecht, das Installieren von Programmen etc.
- Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind auch, welche persönlichen Daten bei welcher Gelegenheit angegeben
werden dürfen. Erklären Sie ihm die Gefahren, die mit der Bekanntgabe von Informationen verbunden sind.
- Wenn sich das Kind für Chats oder IRC interessiert, sollten Sie über die Sicherheit dieser
Kommunikationsformen sprechen und es bei seinen ersten Diskussionen beaufsichtigen. Weitere
Informationen: Online-Diskussionen.
- Kinder sind neugierig. Daher sollten Sie die Notwendigkeit einer sicheren und vorsichtigen Nutzung betonen.
- Zudem sollten Sie die grundlegenden technischen Schritte zur Sicherung Ihres Computers
durchführen. Diese Schritte finden Sie
hier.
13- bis 15-Jährige
In diesem Alter wird das Internet zum Bestandteil des sozialen Lebens: Die Kinder schliessen Freundschaften
im Internet, verbringen ihre Zeit online und suchen Informationen zu ihren Hausaufgaben oder Interessen. Mit
zunehmenden Computerkenntnissen eröffnen sich weitere Möglichkeiten. Für Eltern ist es nicht immer einfach zu
wissen, womit sich ihre Kinder im Internet beschäftigen. In diesem Alter nehmen Kinder auch Risiken auf sich und
erkunden ihre Grenzen. Technische Einschränkungen und Verbote sind möglicherweise nicht mehr wirksam, weil sie
sich einfach umgehen lassen.
13- bis 15-Jährige möchten ihren Eltern nicht mehr alles sagen – vor allem dann nicht, wenn sich die Eltern
auch bisher nicht gross dafür interessiert haben, was sie im Internet tun. Offene Diskussionen können Vertrauen schaffen.
- Die Hausregeln bleiben aktuell, können aber
auch gemeinsam verändert werden.
- Die Urteilskraft eines Teenagers ist meist noch begrenzt. Vielleicht braucht er auch Rat bei Fragen
wie dem Veröffentlichen von Fotos oder Texten über sich selbst. Weitere Informationen
finden Sie hier.
- Ethische Fragen und die persönliche Verantwortung im Web sind wichtige Gesprächsthemen. Dazu gehören
zum Beispiel das illegale Herunterladen, Peer-to-Peer-Netzwerke, die Netiquette oder Urheberrechte. Kinder
müssen auch die Verantwortung tragen lernen dafür, welche Daten sie wo preisgeben und was sie selbst im Internet veröffentlichen.
- Eltern sollten sich genauso für die Online-Kontakte ihrer Kinder wie für die persönlichen Freundinnen und Freunde interessieren.
- Reagieren Sie nicht übertrieben, auch wenn etwas «Schreckliches» passiert ist. Sie können Ihr Kind immer noch zu
geeigneten Inhalten führen. Es gibt zum Beispiel gute Online-Dienste zu Sexualität und Gesundheit, die an ein junges Publikum
gerichtet sind. Junge Menschen müssen wissen, dass sie mit ihren Eltern reden können, wenn ihnen Sachen im Internet unangenehm sind.